Pflaster3[sociallinkz]

Gerade eben hab‘ ich die Enkelkinder meiner Tante von neben an gehört. Zuerst klangen beide sehr lustig und fidel, der Größere probierte stolz seine überwinterte Petersilie und seine Schwester lief im Garten herum. Dann plötzlich lautes Weinen, die Kleine war hingefallen. Darauf hin wollte sie nach Hause wegen eines Pflasters. Aber Ihre Omi ist gut vorbereitet und hatte natürlich eines. Ich selber sammle schon seit einem Jahr lustige Kinderpflaster für die Zeit, wo Florina, das Tierchen, sie brauchen wird. Und heuer könnte es damit losgehen. Denn nun hat sie zu gehen begonnen und damit wird wohl auch die Zeit der aufgeschlagenen Knie und  blutigen Kratzer anfangen. Deshalb habe ich ihren Eltern letzte Woche auch eine kleine Dose mit entzückenden Fuchs-Pflastern mitgebracht. Little foxes sind bei der Jungfamilie gerade hoch im Kurs. Im Moment plagen Florina allerdings die Backen- und Eckzähne so sehr, dass sie nachts unter Schmerzensweinen aus dem Schlaf schreckt und sogar über 39 Grad Fieber hat, die Arme! Gegen Zahnweh hilft zwar wirklich nichts verlässlich (außer Chemie. und die kriegt sie Gott sei Dank nicht). Aber ich möchte sie –  auch als Oma –  vor jedem Schmerz und Kummer bewahren oder zumindest Hilfe anbieten können. Ob gebrochene Arme oder Herzen, diesen Impuls habe ich seit 32 Jahren, also seit ich selber Kinder habe. Und für die bin ich auch heute noch so gut wie rund um die Uhr telefonisch erreichbar, falls so ein Fall von Akuttrostbedürfnis notwendig sein sollte. Ja, ist vielleicht ein bissl eigenartig und sie machen sich auch manchmal lustig über mich oder  erklären, dass das leider nicht immer geht: „Mama, ich bin jetzt schon erwachsen, du kannst nicht alles Schwere abwenden von mir.“ Ja, weiß ich eh, aber glaubt mir, dieser WUNSCH lässt nie ganz nach;-)

2 Kommentare

  1. Liebe Kirschen-Omi,
    Du sprichst mir aus der Seele. Allein der Gedanke, dass meine herzallerliebste Tochter Schmerzen und Kummer ertragen muss, tut mir weh. Dabei weiß ich, dass es nun mal so ist und auch so sein muss. Das ist das Leben. Trotzdem werde ich immer mitfühlen, teilweise sicher auch mitleiden. Da sind die ersten kleineren Kratzer noch das Geringste. Mir hat als Kind immer geholfen, wenn meine Eltern mich in meinem Schmerz (sei er auch noch so klein) ernst genommen haben und ihn nicht mit „Na da ist jetzt aber gar nichts passiert“ oder „Stell dich nicht so an“ abgetan haben. Wenn sie mich ernst genommen haben, war der Schmerz meist schnell wieder vorüber. Das versuche ich auch bei meiner Tochter immer im Hinterkopf zu behalten.
    Gute Besserung an Florina!
    Lg

    • Danke, liebe Elizabeth,
      viele von uns haben wohl den Satz gehasst: „Ein echter Indianer kennt keinen Schmerz“, der besonders oft an Buben gerichtet war. Ob Männer deshalb heute so lange warten, bis sie zum Arzt gehen? Ist nicht nur meine persönliche Erfahrung, sondern wird von den Medizinern und Wissenschaftlern bestätigt!
      Leider habe ich als Mutter damals selber oft gesagt: „Ist ja nix passiert“ im Glauben, das würde den Schmerz schneller vertreiben. Das tut mir heute leid und mache ich jetzt anders, so wie du es beschrieben hast. Kinder brauchen diese Bestätigung, dann vergeht der Kummer schneller. Zum Trost kann ich mir immerhin zu gute halten, dass ich damals auch „draufblasen“ und „heile, heile Segen…“ zur Heilungsbeschleunigung gemacht habe:-)
      Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

3 + 20 =

Beitragskommentare