Hat eh lang gedauert, mehr als  ein Jahr, aber vor kurzem hat es die Jungfamilie zum ersten Mal voll erwischt: zuerst der Papa krank, dann – gemeiner Weise im Urlaub – zuerst immer noch der Papa, dann die Mama. Am Ende des Urlaubs dann auch die kleine Florina. Heimgekommen husteten und schnieften sie alle, die eine noch, der andere schon wieder. Nach ein paar Tagen hatte der Papa Michi einen Rückfall mit allem drum und dran, meine Tochter musste aber wieder arbeiten, die Arbeit türmte sich. Und Pflegeurlaub – da gibt es nur 5 Tage pro Jahr, wenn ich richtig informiert bin. Das ist also die Stunde der Großmutter. Ich packte meine Handtasche, meinen Laptop für den Mittagsschlaf der kleinen Fee und war auch schon auf dem Weg. Es empfing mich ein bleicher Kindsvater, übergab mir das süße Kind und verschwand wieder im Bett. Sie war auch noch sehr verkühlt, hustete und gluckerte wie eine Filterkaffeemaschine, hielt sich aber fallweise schon die Hand vor, wie entzückend! Und wie sie nieste und schniefte, bei ihr ist sogar das noch herzig. Florina und ich spielten miteinander, zwischen durch räumten wir gemeinsam den Geschirrspüler aus und ich die Küche auf. Die Eltern hatten es ohnehin gerade schwer genug. Dann machte ich ein wenig Ordnung im Wohnzimmer, damit Florina das Ausräumen wieder neuen Spaß macht: 20 Windeln und der gesamte Inhalt der Kleiderlade waren diesmal über den Boden verteilt. Tja, Alltagsgegenstände sind eben das schönste Spielzeug! Fieber hatte die Enkel-Prinzessin keines mehr, also gingen wir am zweiten Tag einkaufen, spazieren an die frische Luft und zum Spielplatz, schaukeln. Das gehört im Moment zu den Lieblingsbeschäftigungen. Ich genoß die gemeinsamen Vormittage sehr und sie offensichtlich auch. Neuerdings kann sie schon Bussi (Küsschen) schicken und geben. Da passiert es dann aus heiterem Himmel, dass sie mir ihr kleines Mündchen und Näschen hinhält, mal für Bussi, mal für Nase-Nase. Da kann ich einfach nicht anders als zurück busseln, selbst wenn sie noch so verkühlt und die ganze Familie ganz offensichtlich sehr ansteckend ist. Am dritten Tag schlief sie dann beim Mittagsschläfchen quasi Wange an Wange mit mir ein. Glückselig blieb ich neben ihr liegen und dachte: Schadet mir auch nicht, so ein Mittagsschlaf.

Am vierten Tag hatte die Mama frei und dem Papa ging es allmählich auch wieder besser. Gerade rechtzeitig. Denn am fünften Tag hatte ich Halsweh, am sechsten 39,5 Grad Fieber und dann lag ich mehr als eine Woche krank im Bett. Sie hatte mich voll erwischt. Aber ganz ehrlich: Wer von Euch hätte bei diesen Liebesbeweisen nein sagen können?

 

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